Kirche. wo keine Grenze mehr ist.

Ökumenische Autobahnkirche Thüringer Tor

A71 Erfurt - Schweinfurt

Die Autobahnkirche liegt am Rastplatz „Thüringer Tor“ in der Nähe der Ortslage Bibra. Bis zur ehemaligen innerdeutschen Grenze sind es nur wenige Kilometer.

 

Google Maps-Link: 50.469885 10.452588

Anfahrt

Die Autobahnkirche ist sowohl in Richtung Erfurt als auch in Richtung Schweinfurt ausgeschildert. Vom Rastplatz selbst bis zur Kirche sind es nur wenige Meter.

Öffnungszeiten

Die Kirche ist rund um die Uhr geöffnet. 

Ökumenische Autobahnkirche Thüringer Tor

Parkmöglichkeiten
Am Rastplatz befinden sich ausreichend Parkplätze für Busse, Pkw und Lkw, ebenfalls ein WC.

Erreichbarkeit ohne Auto
Da der Rastplatz eingezäunt ist, ist die Autobahnkirche für Fußgänger und Radfahrer nicht erreichbar. Gruppen, die die Autobahnkirche zu Fuß oder per Fahrrad besuchen möchten, wenden sich bitte an Herrn Luther (siehe Kontaktdaten). 

Barrierefreiheit
Für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte ist die Kapelle gut zu erreichen.

Kontaktdaten

Vorsitzender des Vereins Autobahnkirche A71 Ralf Luther Hauptstraße 31 98590  Rosa Telefon: 0173 3528271
Pfarrer Gerhard Richter
Obere Dorfstraße 1 98631  Grabfeld OT Bibra Telefon: 036944 54294
Webseite: www.autobahnkirche-a71.de

Eine Grenze überwinden

Entstehungsgeschichte

Der Verein Autobahnkirche A71 e.V. gründete sich im Jahr 2004. Die Mitglieder wollten an die vierzigjährige Trennung unseres Volkes, unseres Landes und Europas erinnern – und vor allem an deren friedliche Überwindung. Heute gibt es für die Benutzer der Autobahn A71 keine deutsch-deutsche Grenze mehr. Gott sei Dank.

Ursprünglich war ein Denkmal für die überstandene Teilung Deutschlands geplant, an der Autobahn ist so etwas aber unzulässig. So wurde es eine Kirche – von den Menschen gewollt. Die Kosten von fast 400 Tausend Euro wurden fast ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden getragen. Unter dem Motto „Eine Grenze überwinden“ entstand ein christlicher Ort der Besinnung und des Dankes, dessen Türen für alle offen stehen. Menschen verschiedener Konfessionen, Religionen und Kulturen sind eingeladen, dieses Gotteshaus nahe dem Dreiländereck Hessen-Thüringen-Bayern zu entdecken.

Nach rund einem Jahrzehnt Bauzeit wurde die Kirche am 26. Juni 2015 eingeweiht. Ideengeber und Initiatoren waren der ehemalige Meininger Superintendent Wolfram Hädicke, der am 26. Juni 2011 verstorbene Altlandrat des Landkreises Rhön-Grabfeld und langjährige Vorsitzende des Vereins Dr. Fritz Steigerwald. Als Künstler war Gernot Ehrsam beteiligt. Gemeinsam setzten sie ein besonderes Zeichen der Wiedervereinigung.

Zur Einweihung nannte die Meininger Superintendentin Beate Marwede die Kirche „einen Rastplatz für die Seele“, wollte sie aber auch als Mahn- und Erinnerungsort verstanden wissen.

Vierzig Jahre Trennung, vierzig Jahre Wanderung

Architektur und Kunst

Eine frei ineinandergreifende Form aus drei gebogenen Wandscheiben bestimmt die Geometrie der Autobahnkirche und lässt einen runden Innenraum von ca. acht Metern Durchmesser entstehen. Die gegeneinander versetzten Mauern bilden an ihren Überschneidungen drei Öffnungen. Weitere vier Fenster und ein Oberlichtkranz füllen den Innenraum mit Tageslicht. Das schräg liegende Dach besteht aus 20 keilförmigen Holzrippen, die sich wie ein Rad in einem Kreis vereinen. Es entsteht der Eindruck einer zirkulierenden, sich nach oben öffnenden Form. Gestalterisch werden alt- und neutestamentliche Themen mit der Gegenwart verknüpft. Die moderne Architektur nimmt christliche  Zahlensymbolik auf, so stehen z.B. vierzig Jahre Trennung unseres Volkes und Landes symbolisch in Verbindung mit der vierzigjährigen Wanderung des Volkes durch die Wüste. Das Überwinden von äußeren und inneren Grenzen spiegelt sich in dem Bauwerk wieder.

Der Entwurf für die farbliche Innengestaltung stammt von der Bildenden Künstlerin Evelyn Körber aus Hohenfelden,. Die linke Eingangswand ist mit dunkler blauer Farbe gestrichen, die rechte als Gegenpol mit Altweiß und einem hellen Gelb. So steht der Besucher in der Mitte der Kapelle in einen offenen, lichtdurchflutenden Raum. In seinem Zentrum steht der aus Stampfbeton bestehende, mit Silikatfarbe lasierte Altar. Fünf schmale, pastellfarbige, nach oben gerichteten Dreiecke an den Wänden des Raums verbinden den Fußboden optisch mit dem Dach.

Im Umland: viel zu sehen

Umgebung

Vielfältige Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten erwarten den Rastenden unweit der Autobahnkirche. Das Biosphärenreservat Rhön, das Grabfeld und das Werratal, Wander- und Radwege, die Theaterstadt Meiningen, idyllische Ortschaften, Burgen, Schlösser, jüdische Kulturzeugnisse, Museen und  eindrucksvolle Kirchen laden den Besucher zum Verweilen ein. Diese natur- und kulturhistorisch bedeutenden Orte sind leicht über die Autobahnabfahrten Meiningen Süd, Rentwertshausen und Mellrichstadt erreichbar.