900 Jahre Geschichte. am Jakobusweg.

Evangelische Autobahn-, Stadt- und Klosterkirche Brehna

A9 München - Berlin

Die Autobahn- und Gemeindekirche liegt zwischen den Anschlussstellen Zörbig und Wiedemar an der Abfahrt Halle (Nr. 13).

 

Google Maps-Link: 51.557107 12.213161

Anfahrt

Die Autobahnkirche ist in beiden Fahrtrichtungen zu erreichen. Sowohl in Richtung München, als auch in Richtung Berlin ist die Kirche ausgeschildert. Innerorts führt die B 100 in Richtung Halle und in Richtung Bitterfeld zur Kirche.

Öffnungszeiten

Das ganze Jahr über von 8.00 - 18.00 Uhr offen. 

Gottesdienstzeiten

Gemeindegottesdienst jeden Sonn- und Feiertag 

Evangelische Autobahn-, Stadt- und Klosterkirche Brehna

Parkmöglichkeiten
Parkplätze für Pkw sind direkt an der Kirche in ausreichendem Maße vorhanden. Stellplätze für Busse und Lkw sind in der näheren Umgebung vorhanden und entsprechend ausgeschildert.

Erreichbarkeit ohne Auto
Fußgänger und Radfahrer erreichen die Autobahnkirche bequem, da sie auch Gemeindekirche ist.

Barrierefreiheit
Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen gelangen über ebenerdige Zuwege und Eingänge problemlos in die Kirche. Behindertengerechte sanitäre Anlagen sind vorhanden.

Kontaktdaten

Ansprechpartner: Bernd Löchel Pfortegasse 10 06796  Brehna Telefon: 034954 48329 Webseite: www.autobahnkirche-brehna.de

Für die Pilger und die Reisenden

Entstehungsgeschichte

Die Stadt- und Klosterkirche St. Jakobus Major und das Augustinerinnen-Chorfrauenstift St. Clemens blicken auf eine lange Geschichte zurück. Seit fast neun Jahrhunderten versammeln sich Menschen in der Kirche, um zu singen, zu beten und auf Gottes Wort zu hören, in den letzten Jahren auch zu kulturellen Veranstaltungen. 

Die Kirche ist von jeher Jakobus dem Älteren geweiht, dem Missionar Spaniens, zu dessen Grab in Santiago de Compostela die Menschen seit dem 8. Jahrhundert pilgern. So liegt der Verdacht nahe, dass es sich bei der Brehnaer Pfarrkirche um eine entlegene Station des Jakobusweges handelt und dass bereits in vorreformatorischer Zeit Menschen auf ihrem Weg nach Süden in der Kirche Ruhe und Einkehr fanden. Um diesen Gedanken wieder aufleben zu lassen, wurde nach der Sanierung die Kirche im Jahr 2003 auch für die Reisenden geöffnet.

Gebaute Geschichte

Architektur und Kunst

Die Geschichte der Kirche ist eng verbunden mit der Geschichte von Dietrich I., Hedwig von Brehna und Katharina von Bora – und sie kann an der Bausubstanz abgelesen werden. 

Der älteste Teil der Kirche ist romanisch: der Westquerturm aus dem 10. Jahrhundert. Indizien legen nahe, dass der Turm in Fehde- und Kriegszeiten Wartturm oder Schutzburg gewesen ist: die Stärke der Kirchturmwände von zwei Metern, die Mauerlöcher, in denen der sogenannte Sperrbaum hin- und hergeschoben wurde und die vorhandenen – nur 30 cm breiten – Lichtluken des Turmes unterhalb der üblichen Sturmleiterhöhe. Das sich östlich anschließende Kirchenschiff ist ebenfalls romanischen Ursprungs. Es wurde als einschiffiger Bruchsteinbau errichtet.

Im Jahre 1156 übernahm Friedrich I. die Grafschaft Brehna. Nach dessen Tod gründete seine Gemahlin Hedwig von Bora am 15. August 1201 St. Clemens zu Brehna und machte es zu ihrem Witwensitz. Geweiht wurde die Stiftskirche im Jahre 1202. Das Kloster entwickelte sich rasch und mit ihm eine rege Bautätigkeit über die Jahrhunderte. Unter anderem wurde im Jahre 1290 ein Wohnhaus für Stiftsfrauen errichtet. Die wohl bekannteste Schülerin des Stifts war Katharina von Bora, die hier in der Zeit zwischen 1504 und 1508 erzogen wurde und 1525 in Wittenberg Dr. Martin Luther heiratete. 

Nach der Reformation begann der Niedergang des Klosters. Im 30-jährigen Krieg wurde es zerstört. Geblieben sind nur der Unterbau des Kapitelsaals und die Stiftskirche als halbes Schiff des Gesamtchores. Im 17. Jahrhundert wurde der Kirchturm erhöht, stürzte jedoch durch den großen Stadtbrand 1713 wieder ein. Die Bruchstücke der vier Kirchturmglocken wurden ein Jahr später zu einer großen Glocke gegossen, die bis heute erhalten ist. Im Wesentlichen ist die äußere Form der Kirche bis heute unverändert geblieben.

Als Symbol für die Reisenden findet sich an der Patronatsloge im Westteil der Kirche die Jakobsmuschel, die ihren Namen nach dem Patron der Kirche trägt. Bis heute sind die hölzerne Kanzel und die am Schiff angefügten Strebepfeiler aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Die Ausstattung der Pfarrkirche entstand überwiegend im 17. und 18. Jahrhundert. Bemerkenswert ist der mit barocken Elementen verzierte spätgotische Flügelaltar. Die Beichtstühle stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Abwechslung vor Ort

Umgebung

Gleich neben der Autobahnkirche lädt der alte Friedhof als heutiger Stadtpark zu Spaziergängen. Verschiedene Gaststätten im Ort sorgen für das leibliche Wohl. Wenn Sie etwas Zeit mitbringen, können Sie die Sehenswürdigkeiten des Ortes wie das Alte Rathaus oder die Hedickens Mühle besichtigen.